Trauer um Johann König

Abschiednehmen ist schwer, besonders wenn wir einen Freund verlieren, mit dem wir bereits drei Jahrzehnte lang zusammen gearbeitet sowie Sorgen und Freuden geteilt haben. Am Samstag, dem 7. März hat uns die traurige Nachricht erreicht, dass der Vorsitzende der Karpatendeutschen Assoziation, Mitglied des Karpatendeutschen Rates, unser Vertreter im Ausschuss für nationale Minderheiten am Regierungsamt der Slowakischen Republik, Johann König gestorben, ist. An diesem Tag hat der unerbittliche Tod zugegriffen, unabänderlich hat sein Leben geendet, das für die Karpatendeutschen viel bedeutete. Johann König ist am 9. Juli 1953 in Schmöllnitz Hütte in eine altansässige zipserdeutsche Familie geboren. Ausgebildet wurde er im Bereich  Maschinenbau, wo er auch professionell beschäftigt war, ab 1985 in einer leitender Position in der Maschinenbaufabrik in Prakendorf. Seit 1995 war er selbständig, er hatte ein Kleinunternehmen gegründet. Im Jahre 2004 wurde er zum Vorsitzenden der Karpatendeutschen Assoziation gewählt, wo er bis zuletzt tätig war.

Engagement für den KDV

Mit Johann König haben viele von uns ein ähnliches karpatendeutsches Nachkriegsschicksal erlebt. Es ist also ganz verständlich, dass auch er sich gleich nach der Wende 1989 dafür interessierte, die karpatendeutsche Kultur und Entwicklung des Vereinslebens neu zu beleben. Heute sind bereits nicht mehr viele unter uns, die an der „Wiedergeburt“ der Karpatendeutschen in der Slowakei vor 30 Jahren teilgenommen haben. Diese 30 Jahre war Johann immer im Zentrum des Vereinsgeschehens – nicht nur in der Unterzips, sondern auch in der ganzen Slowakei und im Ausland.

Begeisterter Musiker mit Herz

Mit dem Verstorbenen verbindet jeder von uns seine eigenen Erinnerungen. In Erinnerung bleibt er selbstverständlich in erster Reihe als Ehemann, Vater und liebender Opa von vier Enkeln. Aber den tausenden Karpatendeutschen, egal wohin sie das Schicksal verweht hat, bleibt er auch in Erinnerung als engagierter Mensch, als begabter und begeisterter Sänger und Musiker, als Freund, der uns viel Freude geschenkt hat. Es ist ein Land der Lebenden und es ist ein Land der Toten, sagte einmal ein Dichter. An das Land der Lebenden haben wir mit Johann viele Erinnerungen. Über das Land der Toten können wir nichts sagen. Zwischen beiden Ländern, dem Land der Lebenden und dem Land der Toten, steht eine Brücke gebaut aus Steinen der Liebe, befestigt mit unseren Erinnerungen und unseren Gedanken. Lassen wir alle diese Brücke stark sein, als Verbindung zu Johann! Gott gebe ihm die ewige Ruhe!

Ondrej Pöss