„ Sehr geehrter Herr Stellvertretender Ministerpräsident Pál Csáky,

sehr geehrter Vorsitzender des KDV,

sehr geehrte Regionalvorsitzende,

sehr geehrte Delegierte, meine Damen und Herren!

Nachdem ich leider verhindert war, an der Feier aus Anlass des 15-jährigen Bestehens des Karpatendeutschen Vereins in der Slowakei teilzunehmen, die in dem so festlichen Rahmen des Rathauses von Pressburg stattgefunden hat, ist es für mich eine besondere Freude und Ehre, aus Anlass der diesjährigen Generalversammlung des Karpatendeutschen Vereins bei Ihnen sein zu können. Sehr herzlich bedanke ich mich für die freundliche Begrüßung. Der Gemeinschaftsgeist und das Rahmenprogramm machen die Generalversammlung zu einem attraktiven Ereignis.

Die Bilanz, die Sie nach 15 Jahren ziehen konnten, kann sich sehen lassen und mehr als das:

Ihr Verein hat eine wirksame und feste Struktur, ist aber auch offen für den Wandel. Der Karpatendeutsche Verein ist in der Slowakischen Republik, aber auch im Ausland und insbesondere in der Bundesrepublik Deutschland eine anerkannte und respektierte Vertretung der deutschen  Minderheit in der Slowakei. Der Status der Karpatendeutschen hat sich seit der Gründung der Slowakischen Republik stetig fortentwickelt und verbessert. Der Staatspräsident, der Vorsitzende des Nationalrates, Regierungsmitglieder und Abgeordnete tragen dem immer wieder Rechnung.

Besonderer Anlass zur Freude ist, dass Sie mit der Karpatendeutschen Jugend über eine aktive und interessierte Jugendorganisation verfügen, die das lebhafte Interesse und das Engagement auch der jungen Generation widerspiegelt. Das ist wichtig, weil es in die Zukunft weist und Ihrem Vereinsleben Nachhaltigkeit sichert.  Im Nachhinein möchte ich Frau Andrea Kluknavska sehr herzlich zu Ihrer Wahl zur neuen Vorsitzenden der Karpatendeutschen Jugend gratulieren. Der Kontakt zwischen der Jugendorganisation und dem KDV sollte so eng wie nur möglich gestaltet werden.

Meine Damen und Herren, im Laufe des heutigen Tages werden wichtige Entscheidungen für das Vereinsleben und den zukünftigen Platz des Karpatendeutschen Vereins sowie der gesamten deutschen Minderheit in der Slowakei getroffen. Vor allem wird heute ein neuer Vereinsvorsitzender gewählt, da der aktuelle Vorsitzende, Herr Dr. Pöss wohl nicht mehr kandidieren wird.

Ich darf mich an dieser Stelle besonders herzlich für in den vergangenen drei Jahren geleistete Arbeit beim scheidenden Vorsitzenden Herrn Dr. Pöss bedanken.

Sehr verehrter Herr Dr. Pöss!

Sie haben es in den letzten drei Jahren geschafft, dass Sie und wir jetzt schon dort stehen, wo wir stehen: Der Karpatendeutsche Verein ist ein Partner der slowakischen Institutionen und wird von der slowakischen Öffentlichkeit positiv wahrgenommen. Das ist ein wichtiger Baustein auch für die deutsch-slowakischen Beziehungen, die insbesondere nach dem Beitritt der Slowakischen Republik zur NATO und zur Europäischen Union einen hohen Stand erreicht haben.

Der Karpatendeutsche Verein entwickelt sich immer mehr zu einem anerkannten und integrierenden Dachverband der deutschen Minderheit insgesamt, der Eigenverantwortung übernimmt und neue Wege im Rahmen der sich stetig verändernden Bedingungen seit seiner Gründung vor 15 Jahren sucht und beschreitet.

Als derzeitiger Leiter der Deutschen Botschaft- ich möchte hier aber auch ausdrücklich meine Vorgängerin sowie deren Vorgänger einbeziehen- bin ich natürlich auch persönlich äußerst dankbar für die gute Zusammenarbeit und die vertrauensvollen Beziehungen, die Sie zur Botschaft unterhalten haben. Ich hoffe, dass wir und der Karpatendeutsche Verein in Ihnen auch in Zukunft einen engagierten und offenen Partner finden werden.

Lassen Sie mich meinen Dank in einem Wort zusammenfassen: Sie haben sich um den Karpatendeutschen Verein und die deutsch-slowakischen Beziehungen verdient gemacht.

Noch ein Wort an Sie, meine sehr verehrten Damen und Herren Delegierte:

Die Wahl eines Vorsitzenden und die Beschlüsse der Generalversammlung sind immer auch zugleich Beschlüsse über die zukünftige Gestaltung eines Vereines. Sie sind wichtige Entscheidungen darüber, wie Sie den Karpatendeutschen Verein in der Zukunft sehen und wo der Karpatendeutsche Verein in Zukunft seinen Platz haben soll. Es ist einerseits ein Privileg, das Ihnen zuteil wird, aber auch eine Verantwortung, die Sie tragen. Ich wünsche Ihnen bei allen Entscheidungen, die heute anstehen, eine glückliche Hand, Augenmaß und einen Sinn für die Zukunft. Von Ihren Entscheidungen wird es auch abhängen, ob der Karpatendeutsche Verein weiterhin eine positive Rolle bei dem Erhalt der deutschen Kultur und der Unterstützung der deutschen Sprache spielen wird. Hierzu ist die Bündelung aller Kräfte, die Zusammenarbeit mit den lokalen regionalen und nationalen Institutionen, aber auch die Öffnung für neue, bisher nicht beschrittene Wege notwendig.

Die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium des Innern und auch das Auswärtige Amt, wird Sie bei Ihrer Arbeit auch in Zukunft im Rahmen des Möglichen unterstützen.

Das letzte Jahresplanungsgespräch vor einigen Wochen mit den Vertretern des Innenministeriums hat das erneut gezeigt. Sie werden sich zwar ebenso wenig wie ich selbst über die Haushaltslage in Deutschland Illusionen machen.

Wir, auch ich persönlich, bemühen uns aber nachdrücklich, die Einschnitte in vertretbaren Grenzen zu halten. Jedenfalls wird es an unserem Engagement auch in Zukunft nicht fehlen. Das gilt für mich persönlich, das gilt aber auch für meine Mitarbeiter in der Botschaft in Pressburg.

Abschließend möchte ich Ihnen einen erfolgreichen Verlauf der heutigen Generalversammlung, noch mehr aber viel Erfolg bei Ihrer künftigen Arbeit wünschen.“

 

Dr.Jochen Trebesch